Wäre mal ne Idee ... #1 Unerwartete Draufgaben

Quelle: Skley auf Flickr

Ideen habe ich viele. Was fehlt, ist die Umsetzung. Da kam mir der Gedanke, warum sie nicht hier im Blog teilen. Wer weiß, vielleicht kann jemanden sie weiterentwickeln und etwas daraus machen. Hier also Idee #1: unerwartete Draufgaben.


Ich war jüngst im Freitag-Store in Köln. Während ich darauf wartete, dass mir der Verkäufer ein Leseexemplar von "FREITAG - Ein Taschenbuch" holte, betrachtete ich das Geldbörsen-Sortiment. Eine Brieftasche erregte meine Aufmerksamkeit. Ich öffnete sie und fand ein 1-Cent-Stück darin. Ich hielt das für eine geniale "Vertriebsstrategie" und sagte das dem Verkäufer, der just in dem Moment mit dem Buch kam. Er schaute verblüfft, nahm das Kompliment dankend an und fragte wenige Sekunden später: "Ist da wirklich ein 1-Cent-Stück drin?" Er konnte es nicht glauben und durchsuchte alle anderen Briefbörsen – leider erfolglos, er hat halt kein so gutes Händchen.

Ich finde die Idee, wenn auch so nicht beabsichtigt, immer noch gut. Warum also Kunden nicht mit einer unerwarteten Draufgabe überraschen wie in diesem Fall mit einem 1-Cent-Stück?

Ich bin sicher, dass dadurch, wie bei mir, in vielen Fällen ein Gespräch entsteht, der Verkäufer somit einen tollen Aufhänger hat und mancher anschließend auch etwas kauft.

Klar, es gibt einige, die sich daran "bereichern", heißt es einstecken werden, aber der Verlust dürfte sich in Grenzen halten. Es standen ca. 20 Geldbörsen zur Auswahl. Wenn man sie täglich einmal mit einem 1-Cent-Stück auffüllen müsste, wären das pro Woche 1,20 Euro. 

Die Idee ist wohl nicht massenmarkttauglich und eher für Läden wie Freitag geeignet. Ich kann mich aber auch täuschen, schließlich bin ich kein Ladenbesitzer und kann es nicht selbst testen.

Sie funktioniert sicherlich auch online. Aber nicht wie es im Info-Marketing beliebt ist: Ein Produkt anbieten und Dutzende zusätzliche Dinge mit reinpacken, um so den Wert hochzutreiben. Beispiel: Ein Audioprogramm zum Thema Vertrieb (499 Dollar) und man bekommt noch fünf E-Books (199 Dollar), eine Liste mit Dienstleistern (199 Dollar), E-Mail-Templates (99 Dollar) und schon beträgt das Gesamtpaket knapp 1.000 Dollar. Wer sich heute entscheidet, bekommt alles für 97 Dollar.

Ich denke eher an eine kleine Aufmerksamkeit, die unerwartet ist und der Welt nicht marktschreierisch verkündet werden muss. Ein vorher nicht angekündigtes kurzes E-Book, wenn sich ein Kunde für den Newsletter registriert. Oder einfach eine nette, "persönliche" Begrüßungs-E-Mail.

Die Idee mit der Draufgabe ist, wie du lesen kannst, noch sehr unausgegoren. Vielleicht inspiriert sie den ein oder anderen trotzdem oder führt zu einer ganz anderen Idee ... 

Apropos: Einer Bekannten erzählte ich von dieser "Wäre-ja-mal-ne-Idee"-Reihe. Sie meinte, ich sollte sie plakativer "Klaut diese Idee" nennen. Vielleicht hat sie recht. In jedem Fall, liebe Leser, macht was daraus. Sie gehört euch.

Kommentare:

  1. Gab's nicht mal eine VW Passat Sonderedition, die mit nem Mountainbike geliefert wurde? Kommen Computer und Telefone nicht mit einer Auswahl (unnützer) Programme und Apps? Selbst das Hardcore Label Restroom Records aus Leipzig legte seinen Platten immer ein Stück Klopapier bei. Schöne Idee, aber so neu nicht.

    AntwortenLöschen
  2. Vielen Dank für das Feedback, Dirk. Du hast vollkommen recht. Die Idee ist definitiv nicht neu. Diesen Eindruck sollte der Blogpost nicht vermitteln. Vielleicht hätte ich mich klarer ausdrücken müssen. Ich wollte nur einen Gedankenanstoß liefern.

    AntwortenLöschen