50:0 vs. 36:14 - was Erfolge über Ziele sagen

Michael Neill stellte jüngst im Rahmen des Creating-The-Impossible-Programms die Frage: Wer ist der bessere Tennisspieler? Jemand, der eine Quote von 50:0 hat, das heißt 50 Siege, Null Niederlagen oder derjenige mit einer Quote von 36:14?
Offensichtlich derjenige mit der 50:0-Quote.

Letztlich kann man das aber nicht beantworten, ohne zu wissen, wer die Gegner waren. Was, wenn ein Erwachsener diese Quote erzielt hat, indem er nur gegen 7-jährige Kinder spielt? Der andere hatte starke Gegner und daher manchmal auch verloren.

Ich fand die Frage passend gerade auch im Hinblick auf das Thema Ziele/Vorsätze. Der Januar ist passé, vermutlich auch viele Vorsätze. Was, wenn sie einfach zu "schwer" waren? Wenn das Ziel zu hochgesteckt war und man sich dadurch die Erfolgsquote verhagelt hat?

Heißt das jetzt, man soll sich leichtere Ziele setzen? Sachen, bei denen man nur gewinnen kann? Nein, das meine ich nicht.

Wenn ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, jede Woche eine E-Mail an einen potenziellen oder früheren Kunden zu schreiben, werde ich vermutlich nicht scheitern. Aber bringt mich das weiter? Vielleicht.

Wie sieht es mit demjenigen aus, der sich vornimmt, jeden Tag fünf potenzielle Kunden anzurufen? An manchen Tagen schafft er es, an manchen nicht. Vermutlich hat er aber am Jahresende mehr Neukunden, als derjenige, der eine 50:0-Quote vorweisen kann.

Wenn es dieses Mal mit den Zielen/Vorsätzen nicht geklappt hat, remember:
“I have not failed. I've just found 10,000 ways that won't work.” - Thomas A. Edison
Um die 10.000 vollzukriegen, vielleicht sich ein neues Ziel stecken, erneut scheitern, statt Trübsal zu blasen und bis nächstes Jahr zu warten. Außerdem mal hinterfagen, ob dir das Projekt wirklich wichtig war oder ob es einfach nur "cool" klang. In dem Fall spricht Michael Neill von Ego-Projekten (ich hatte sie an anderer Stelle als Pseudo-Ziele bezeichnet). Dinge, die sich gut anhören, aber wenn es dann an Umsetzung geht, ist die Motivation weg, man schiebt es auf und lässt es schließlich ganz sein.

In den nächsten Wochen werde ich noch mehr aus Michael Neills Kurs berichten. Ich habe sehr viel über Zielsetzung und -erreichung gelernt.


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