Zeitdiebe

In einer zweiteiligen Serie "Wie man verhindert, dass einem Zeit gestohlen wird" (Teil 1, Teil 2) gibt die imgriff-Bloggerin Simone Janson Tipps für den Umgang mit "Zeitdieben aus Fleisch und Blut." Da es in meinen letzten Post um das Thema Fokus ging, greife ich das gerne auf.

Zunächst: Wer sind Zeitdiebe?

Für Simone Jansen zählen dazu Leute,
  • die nicht auf den Punkt kommen können oder wollen.
  • die ein Nein nicht verstehen und nicht locker lassen.
  • die in der Bürotür stehen und reden, im schlimmsten Fall nörgeln und nicht mehr aufhören.
  • die urplötzlich ausrasten, wenn es nicht läuft (Choleriker).

Ich bekenne mich schuldig

Bei den ersten drei Punkten bekenne ich mich schuldig. Manchmal fällt es mir schwer, auf dem Punkt zu kommen, und da ist ein Telefonat einfacher als eine E-Mail. Und es passiert, dass ich anderen jetzt sofort von einer Idee erzählen möchte und sie störe. Liebe Mitmenschen, es tut mir leid.

Wie wird man solche Menschen los?

Die Autorin schlägt vor:
"Verhindern kann das nur, wer auf Tunnelblick umstellt und uninteressante Anfragen radikal abblockt. Auch wenn einem dadurch auch mal eine spannende Gelegenheit oder sogar ein Auftrag entgehen kann."
Ich halte diesen Tipp für wenig sinnvoll, aber ich bin eben von der kommunikativen Sorte. Fokussiert mit Tunnelblick zu arbeiten bedeutet für mich, bestimmte Zeiten am Tag zu blocken (siehe Mini Implementation Day und Power Hour). Währenddessen sind Handy, E-Mail und Skype ausgeschalten. Den Rest des Tages bin ich für andere erreichbar und helfe gerne weiter. Die Extrembeispiele, die die Autorin aufführt, d. h. Leute, die sich nicht abwimmeln lassen, kenne ich nicht. Aber ich habe keine so exponierte Stellung wie sie, zugegeben.

Ein höfliches "ich kann gerade nicht" oder "ich bin nicht interessiert" funktioniert selbst bei mir prima. Ich musste auch noch nie Schwätzern und Nörglern mit einem unaufrichtigen Lob hinauskomplementieren, um meine Ruhe zu haben.

Nasenfaktor

Im Gegenteil, ich finde den Umgang mit Menschen, die sich permanent um ihre Zeit sorgen und das andere spüren lassen, anstrengend und schwierig. Ganz besonders jene, die meinen, dass ich alles liegen und stehen lasse, bloß weil sie gerade etwas dringend brauchen.

Klar, dass ich diese Leute ungern weiterempfehle (für Jobs oder Aufträge) – fachliche Qualifikation hin oder her. Und ich bin sicher, dass es anderen ähnlich geht. Wer weiß, wie viele Aufträge diesen Super-Fokussierten dadurch entgangen sind. Aber egal, die sind sowieso busy.

Ich weiß, es war provokant gemeint, Frau Janson, daher habe ich meine Antworten ebenfalls plakativ formuliert. Nur frage ich mich, wie viele Leute sie mit Ihren beiden Artikeln vor den Kopf gestoßen statt aufgerüttelt haben.

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