Von Schwarzwälderkirschtorten und Schokostreuseln – mein Vortrag auf dem bcs6

"Stricken mit Hundehaaren" klingt zunächst absurd, aber es gibt auf Amazon Bücher dazu. Abgesehen vom Schmunzelfaktor ist es außerdem ein perfektes Beispiel für eine gelungene Nische. Dafür, wie einfach Vertrieb und Marketing sein kann, wenn nicht der ganze Markt beackert wird, sondern nur Teile, Nischen eben. Darum ging es in meiner Session "Stricken mit Hundenhaaren" auf dem Barcamp Stuttgart #bcs6.

Von Schwarzwälderkirschtorten und Schokostreuseln


Nische heißt, nicht den ganzen Markt erobern wollen, sondern sich mit einem Teil zu begnügen. Bildlich gesprochen wäre Handarbeitsbedarf (Gesamtmarkt) die Schwarzwälderkirschtorte, Stricken ein Tortenstück und "Stricken mit Hundehaaren" die Schokostreusel. Und obwohl dieser Markt winzig ist, kann sich jeder (hoffentlich) gut vorstellen, dass es funktioniert. Dass es Herrchen und Frauchen gibt, die dafür Geld ausgeben. Leider kann ich aus Urheberrechtsgründen kein Bild in der Präsenation zeigen. Daher selbst googeln: Stichwort "Knitting with dog hair" und stolze Hundehaarträger bewundern.

Auch in puncto Produkte/Dienstleistung ergeben sich viele Möglichkeiten: Seminare, Workshops, Strickanleitungen, Onlineforen, diverse Utensilien. Ganz zu schweigen von diversen Marketingtexten.

Lust, dir eine Nische zu stricken?


Wie man vorgeht, und was es mir gebracht hat, mich zu fokussieren, erkläre ich auf den Folien. Nur so viel vorab: Es kostet etwas Zeit und erfordert die Bereitschaft, seinen Perfektionismus über den Haufen zu werfen und loszulegen. Der Grund, eine Nische ist häufig nicht gleich zu Beginn eindeutig definiert. Sie entwickelt sich, wird kleiner oder wieder größer, wenn Stricken mit Labradorhaaren zu winzig ist.
(Danke an Julian Hein für den Schnappschuss in der Nürnberger Innenstadt. Der Mantel wurde übrigens nicht aus dem Hundehaar gestrickt, trotzdem passend.)



Aber es lohnt dennoch, sich mit dem Thema Nische auseinander zu setzen: Viele der auf Folie 2 aufgelisteten Fragen lassen sich leichter beantworten:

1. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
Wo findest du Hundebesitzer online? Wo veröffentlichen sie Fotos von Fluffi? Das wäre für mich die erste Anlaufstelle, um meine Fotos von Hundehaar-Strickwaren zu teilen.

2. Lohnt es sich, XYZ zu machen oder soll ich besser ...
Lohnt sich beispielsweise ein Flyer? Tendenziell erst mal nicht, es sei denn für eine Messe. Ich würde mich zunächst auf online konzentrieren.

3. Ich habe wenig Zeit/Geld für Akquise und Marketing, was kann ich trotzdem machen?
Finde relevante Foren und erzähl anderen, was du machst. Zeig Bilder von deinen Pullovern/Jacken. Gibt Tipps & Tricks, blogge, Facebook dürfte auch super funktionieren.

4. Wie finde ich (leichter) neue Kunden? Wie komme ich an „coolere“ Projekte heran?
Ich würde Meetups/Treffen organisieren, wenn ich in einer größeren Stadt lebe. Videos machen, Strickmuster gegen kleines Geld anbieten und den Kunden anschließend Workshops anbieten. Fokus jedoch auf Online-Communities.

5. Wie finde ich Kunden, die mehr zahlen?
Indem ich Workshops anbiete. Außerdem höherwertige Strickutensilien, was es so braucht, Spinnrad, Nadeln. Aber für mehr Ideen müsste ich den Markt besser kennen. Ich hoffe, die Message kam trotzdem rüber.

In diesem Sinne Mut zur Lücke und vielen Dank an die Teilnehmer. Es war eine super Session – gerade oder trotz der wenigen Teilnehmer. Sie wurde weit über die Session hinaus im Foyer fortgesetzt.



Mehr zum Thema "Ideale Kunden finden" gibt es auch in meinem gleichnamigen kostenlosen E-Book.

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